Wenn ich lese all die Worte,
die mich still und staunen machen,
denke ich, von dieser Sorte
möchte ich was Eig'nes schaffen.
Und ich schreibe
und ich zauder
und ich leide
und ich schauder.
Denn so tief in meinem Innern
habe selten ich gegraben.
Und ich denke dann und immer:
"Soll'n 's doch all die And'ren sagen,
was auf ihrer Seele brennt.
Ich bin ich - ganz vehement."
Dienstag, Mai 08, 2007
Aus aktuellem Anlass
Samstag, April 28, 2007
Dienstag, Februar 20, 2007
Sonntag, Februar 11, 2007
Winter - überall

Allein in den nächtlichen Straßen. Der Schnee fällt leise auf die Welt hinunter und verdeckt den Lärm der Stadt. Jede Flocke, die sich auf die Kleidung setzt, scheint zum Herzen durchzudringen und einen kleinen Stich zu hinterlassen.
Es ist Zeit zu feiern. Allein unter vielen. Einsam unter Freunden.
Musik, Getränke, Lachen, Spaß. Alles zieht vorbei. Nichts, das lange bleibt. Hier ein Plausch, da eine Unterhaltung. Nichts von Substanz.
Nur ein Gefühl manifestiert sich stärker und stärker. Das Herz scheint in einem Schraubstock gefangen. Je mehr es versucht auszubrechen, desto stärker wird der Griff. Es versucht sich zu befreien, doch alles was es hervorbringen kann ist Schmerz.
Augen suchen sich den Weg durch die Menge. Verweilen kurz und ziehen weiter. Gedankenverloren, sinnend.
Nichts zählt. Nur noch Flucht. Nicht mehr hinsehen müssen.
"I know it will come in your own sweet time Lord and I don't like to ask but I'm lonely now. I don't want to make demands, but time and tide is in your hands, I never meant to ask for this, but God send her (him) now, if she (he) exists."
Robbie Williams/Guy Chambers - unveröffentlichter Song
Freitag, Mai 12, 2006
Sommergewitter
Die Sonne macht ihrem Name alle Ehre. Sie scheint und scheint und es sieht so aus als habe der Sommer endlich Einzug gehalten. Mit voller Kraft und sengenden Strahlen ist das Wasser der kleinen Seen und Bäche aufgeheizt und ein kleines Regenschauer wird besonders von den Bauern, die auf den staubigen Feldern ihrer Arbeit nachgehen, sehnlichst herbeigewünscht.
Der Himmel blau und ohne Wolken - seit Tagen schon. Doch heute sieht man das ein oder andere Wattebäuschchen den Himmel erklimmen. Immer mehr von ihnen wandern aufeinander zu und bilden langsam eine kleine weiße Decke. Mehr und mehr weicht das Azur dem Grau der schwerer werdenden Wolken. Ein langsames Grollen steigt aus ihren Tiefen.
Fast könnte man meinen, die Natur verfalle in andächtiges Lauschen. Die zuvor emsig in Unterhaltungen verstrickten Vögel stellen ihr Singen immer weiter ein. Kleine Tiere suchen hastig nach einem Unterstand. Pferde und Kühe trotten langsam zu Bäumen. Der eben noch über die Wiese tollende Hund hat sich ein trockenes Plätzchen auf der Couch gesucht. Durch das Stubenfenster betrachtet er die sich verändernde Welt da draußen.
Sanft und ohne Hast beginnt es. Ein Tropfen nach dem anderen erfrischt die heiße Erde, gibt den durstenden Pflanzen neues Lebenselixir. Metallischer Duft breitet sich aus.
Immer stärker drängt es die Tropfen aus ihrem hohen Hort. Sie treffen auf den Boden um ihn sogleich wieder springend und tanzend zu verlassen. Sie vereinigen sich zu kleinen Rinnsalen, die sich ihren Weg durch den staubigen Grund bahnen.
Sanft rollen ein paar von ihnen die Blätter der trocknenden Bäume herab. Wieder andere hinterlassen einen streichelnden Weg auf der Fensterscheibe.
Der Donner sammelt sich und gibt mit einem lauten Knall sein Drohgebahren von sich. Ein Blitz schiesst durch den nun fast nächtlichen Himmel.
Noch einmal weiten sich die Wolken und geben ihre letzte Fracht an den Boden ab, bevor die Sonne wieder ihren Weg erhellt.
Ein Schütteln, ein Aufatmen, ein Blick nach oben und die Vögel beginnen ihre Dankesgesänge. Das Vieh macht sich auf, das frische Gras zu kosten. Der Hund wartet darauf, die letzten wunderbaren Düfte einsaugen zu können. Alles Leben entdeckt sich neu.
Donnerstag, April 27, 2006
Frühling
damit das Herz gehört werden kann,
muss der Bauch mit Schmetterlingen gefüllt sein.
Freitag, April 21, 2006
Sonne, Sand und "Musikanten"
Die ersten warmen Sonnenstrahlen wärmen Lappy und mich. Endlich wieder im bequemen Liegestuhl auf der Terrasse liegen, den Vögeln beim Zwitschern zuhören, die Fische beim Schwimmen beobachten - Frühling lässt sein blaues Band...
Es könnte einer Postkartenidylle gleichen, wären da nicht ein paar kleine, aber umso heftiger störende, Nebeneffekte.
Unser Pferd wird durch das gehäufte Auftreten der Sonne dazu animiert, als Erdarbeiter tätig zu werden. Langsam aber sicher verwandelt sich die an die Terrasse grenzende Wiese in eine solide Mondlandschaft. Durch den leichten Windhauch, der die beinah ausgeblühten Tulpen streichelt, wirbelt Sand auf, der sich knirschend zwischen meinen Zähnen niederlässt. Panierte Kekse sind nicht mein Lieblingssnack.
Um mich herum fiept und pfeift, flötet und zwitschert es ohne Unterlass. Es scheint, als seien alle geflügelten Waldbewohner einem einzigen großen Chor beigetreten. Allerdings wurde die Suche nach einem Dirigenten bereits im Vorfeld aufgegeben. Ich wünsche mir beinah schalldichte Kopfhörer.
So sehr ich auch das Hobby meines Bruders schätze, es gibt Zeiten in denen ich der Erfindung der E-Gitarre sehr zweifelnd gegenüber stehe.
Nur einen Vorteil hat das Ganze: ein einziger "Klick!" im Stromkasten und es herrscht traumhafte Ruhe - bis auf ein klitzekleines bisschen Geklimper. Schön.
Auch die Kleinsten der Kleinen haben sich an diesem Tag zu einer Erkundungstour aufgemacht. Mein Lager wird umzingelt von Ameisen und Käfern. Surrend, summend und brummend schwirren Mücken, Fliegen, Hummeln über Rasen und Teich. Eine Art Luftballett lädt zum Zuschauen ein. Wären sie doch nur nicht so hungrig und neugierig, könnte auch ich beifallspendend ihrem Tun huldigen.
Ich denke an die nächsten Monate. Die Sonne wird uns zunehmend mit ihrem Erscheinen und ihrer Wärme aus dem Haus locken. Die Natur lädt häufiger ein, sie zu erkunden. Ich bin froh, eine Klimaanlage in meinem Auto mein Eigen zu nennen. Wie sonst könnte man die Fahrten zu den ersehnten Konzerten besser überstehen. Bei dem Wetter.
Montag, März 20, 2006
...
Jedes Wort so vergebens.
Jeder Blick voll ängstlicher Wut.
Jeder Gedanke unvollendet.
Gib endlich Ruhe.
Sonntag, März 12, 2006
Donnerstag, Oktober 27, 2005
Déja-vù oder Mein Freund, der Zahnarzt
Zwei, drei Tage oder Wochen schleppt man sich Paracetamol-gestärkt durch Arbeit und Freizeit, hofft immer noch darauf, dass sich der Zahn doch dazu überreden lässt, zahm und artig Ruhe zu geben. Ein fataler Irrtum.
Endlich einsichtig und von allen Seiten ermuntert, geht man zum Zahnarzt. Dieser freut sich zuallererst über die zehn Euro Praxisgebühr, die man ihm zu überreichen hat, bevor er zum Schwingen des Bohrers bereit ist.
Seine Diagnose bestätigt den sich verhärtenden Verdacht - der Zahn muss raus! Bevor man sich mit dem Gedanken anfreunden kann und will, ist die Spritze mit dem Betäubungsmittel gefüllt, die Nadel aufgesetzt und im Mundraum versenkt. In dem Moment überlegt man dann, was eigentlich mehr Schmerzen verursacht: die Spritze oder doch der marode Zahn?
Nun beginnt die Zeit des Hoffens. Hoffentlich wirkt die Betäubung! Während der Zahnarzt auf den Zähnen Xylophon spielt, scheinheilig fragt "Tut's noch weh?" und dauernd auf die Uhr schaut um festzustellen, wann sein wohlverdienter Feierabend beginnt, wird die Zunge zu Wackelpudding, die Mundwinkel schwanken, geben auf und hinterlassen einen Eindruck von Apoplex. Man sitzt sabbernd auf dem Stuhl und versucht so gut wie möglich eine Antwort: "Nut noch 'n nisschen neh...". Also holt der Dr. med. dent. sein Folterinstrument Nr. 1 noch einmal aus der Schublade, jagt eine weitere Dosis ins Zahnfleisch und - verlässt den Raum. Die bis dato sehr stille Zahnarzthelferin zuckt mit den Schultern, sagt: "Der kommt gleich wieder. Wenn Sie möchten, können Sie nochmal spülen. Das Mittel schmeckt ja nicht so gut." und verschwindet ebenfalls durch die Tür. Aber Danke für den Hinweis.
Also sitzt man mutterseelenallein auf dem unbequemen Zahnarztstuhl und fragt sich, ob man sich grad auf die Lippe, die Zunge oder doch auf die Wange gebissen hat. Man merkt ja nichts, dank endlich einsetzender Betäubung.
Irgendwann ist es dann soweit. Die Tür öffnet sich und der Halbgott in weiß betritt erneut den Raum. Dicht gefolgt von seiner Hilfe. Diese postiert sich mit Sabber-Sauger neben dem Patienten und grinst eben jenem schadenfroh ins Gesicht. Der Zahnarzt freut sich sichtlich auf den nun folgenden Teil seiner Arbeit, krempelt die Ärmel hoch und holt die Zange aus der sterilen Verpackung. Die Person auf dem Stuhl weitet die Augen und versucht die einsetzende Schnapp-Atmung zu unterdrücken.
Das Instrument der Wahl wird langsam in der Mundhöhle versenkt. Man fühlt eigentlich nichts, wundert sich dennoch über die vielzahl irrwitziger Geräusche, die es zu verursachen scheint. Es knirscht und knackt, drückt und ziept, und am gelösten Minenspiel des Chirurgen erkennt man den Erfolg der Behandlung. Mit sicherem Griff holt er die Wurzel des Übels heraus und legt sie gut sichtbar auf dem Behandlungstischchen ab. Sowas wollte der gequälte Patient schon immer mal gesehen haben.
Eine Kompresse wird nun in das entstandene Loch hineingepresst, der Mund mit sanftem aber bestimmten Druck geschlossen, die letzte Anweisung "'Ne halbe Stunde draufbeissen, dann wird das Bluten wohl aufgehört haben. Bis nächtes Mal!" wird gegeben und schon ist die Tür schon wieder fast geschlossen. "cch nann mber no nich mbeitn nehn...!" erschallt der durch den geschlossenen Mund gezischelte Protest des Patienten. "Na dann schreiben wir sie für morgen krank." und zu ist die Tür.
Mit gelbem Schein ausgerüstet schleppt man sich aus der Praxis und begibt sich schnurstracks auf die heimische Couch. Ein Kühlpad schmiegt sich an die anschwellende Wange und verschafft Linderung - bis die Betäubung nachlässt.
Donnerstag, September 22, 2005
Dienstag, September 20, 2005
ANGST
kein Licht
lange Wege
schlechte Sicht
alles sträubt sich
nichts will gehen
alles fließt
nichts gesehen
Freitag, Juni 24, 2005
Sommer, Sonne, Sonnenschein...
Nichts ahnend fährt man da zum Einkaufen (wann wird endlich der sich-selbst-füllende Kühlschrank serienmäßig eingeführt?), stolpert über kleine Kinder in knappen T-Shirts und noch knapperen Hosen, deren Eltern das Wort "Sonnencreme" höchstens aus der Werbung zu kennen scheinen und trotzdem nichts in der Richtung unternehmen, sieht am Straßenrand alles andere als gutgebaute Bauarbeiter denen der Schweiß in ungefähr der gleichen Geschwindigkeit vom nicht-vorhandenen (und auch nicht bedeckten...*urgh*) Waschbrettbauch rinnt, wie eben jenen Kindern das Eis aus der Waffel fließt und auf der Kleidung unbescholtener Passanten ein neues Zuhause findet. "Darf ich da mal durch?" und - zack! - hat man einen wunderhübschen, sich langsam in die Klamotte fressenden Schokoladeneisfleck auf dem brandneuen Shirt (Vanilleeis ginge ja auch viel zu einfach wieder raus...).
Hat man sich dann durch die klimatisierten (und deshalb gut gefüllten) Einkaufszentren gekämpft, macht man sich auf den beschwerlichen Weg über den von der sengenden Sonne beschienenen Parkplatz in der Hoffnung doch noch ein Fitzelchen Schatten im Bereich des eigenen Autos zu finden (wunschdenken...auf welchem Parkplatz gibt es Bäume, die so platziert sind, dass man auch nur ein Auto im Schatten unterbringen könnte?). Wenn beim Näherkommen sämtliche Hoffnungen in dieser Richtung zerschlagen werden und die Suche nach dem Autoschlüssel beginnt, erwachen im Hinterkopf die Ängste, sich am Anschnallgurt, am Anschnaller selbst, am Lenkrad oder auch schlicht und einfach am Sitz edle Körperteile zu verbrennen. Auch die fehlende Klimaanlage wird in diesen Fällen schmerzlich vermisst; also nix wie ran an die Kurbeln und alle Fenster bis ins Bodenblech versenken. Sind die Einkäufe einigermaßen hitzesicher in Kühltaschen, -boxen, -tüten verstaut, kann die Fahrt beginnen.
Nichts ist schlimmer, als bei diesem Wetter an einer Ampel halten zu müssen. Fuß rauf auf's Gas und jede Grünphase bis ins dunkelrot-grüne ausnutzen, ansonsten ist es kaum möglich langsam aufkeimenden Halluzinationen zu entgehen. Da sieht man dann plötzlich Menschen (sehr) gesetzeren Alters mit Fubu-Caps und Flip-Flops, aber den unvermeidlichen Schiesser-Feinripp-Hemden, bewaffnet mit allem, was man für einen gelungenen Nachmittag im Freibad benötigt, an den Zebra-Streifen warten (ich grübele immer noch, ob ich DAS vorhin wirklich gesehen hab...).
Kommt man dann ausgelaugt am Zielort an, erkennt man mit einem zufälligen Blick auf sein, sich im Autolack spiegelnden Antlitz, dass kein "Make-up Artist" der Welt in der Lage sein wird, die anstehenden Renovierungsarbeiten einigermaßen zufriedenstellend auszuführen. Betritt man das Gebäude wird man mit angemessener Schadenfreude empfangen: "Warste einkaufen, oder was? Schön blöd...bei DEM Wetter!" *grrrrrrrrrrrrrrr*